Fremde beherbergen.

Migration und Flüchtlinge

Praktikum

In den Einrichtungen für junge Flüchtlinge erwartet dich eine spannende und vielfältige Tätigkeit. In den zahlreichen Standorten arbeitest du in jungen Teams in einem herausfordernden Bereich. Wir bieten Praktika für ...

  • Student/-innen der Sozialen Arbeit (Bachelor)
  • Erzieher/-innen im Berufsanerkennungsjahr oder begleitenden Praktika
  • Schüler/-innen

Hast du Interesse an einem Praktikum in der Arbeit mit jungen Flüchtlingen, dann kannst du hier Kontakt aufnehmen.

Einblicke ins Praktikum

Sarah ist 18 Jahre alt und absolvierte ein sechswöchiges Vorpraktikum für das Studium zur sozialen Arbeit in einer Wohngruppe der Rummelsberger Diakonie. Im Folgenden beschreibt sie ihre Eindrücke und Erlebnisse:

„Alle Menschen sind gleich!“ Diesen Satz habe ich während meines Praktikums in der Wohngruppe Bahia von vielen Jugendlichen gehört. Doch obwohl wir alle gleich sind, hat jeder von uns einen anderen Hintergrund und andere Erfahrungen. Die meisten der Jungs erzählen gerne und viel von ihrem Heimatland, ihrer Familie oder ihrer Muttersprache. Auch wenn es mit dem Deutsch manchmal Schwierigkeiten gibt, findet sich immer ein Weg sich verständlich zu machen. Umschreibungen wie „die Tomaten, die wie Wasser sind“ (-> passierte Tomaten) sind dabei oft sehr hilfreich. Dadurch werden anstrengende Arztbesuche und stundenlange Wartezeiten im Einwohneramt wesentlich angenehmer und lustiger.

Den meisten Spaß scheinen die Jungs aber beim Kickerspielen zu haben. Sie haben sich sogar meiner angenommen und mir gezeigt, wie ich meine grauenhaften Spielversuche verbessern kann. Natürlich gibt es in jedem Leben auch Schattenseiten, vor allem wenn man seine Familie zurücklassen musste und eine oft sehr schwere Flucht hinter sich hat. Die meisten Jugendlichen sind froh in Deutschland zu sein, aber machen sich große Sorgen, ob sie bleiben dürfen, was sie in Zukunft erwartet und wie es ihren Familien geht. Einige sprechen offen über ihre Ängste, andere dagegen scheinen diese eher verstecken zu wollen.

Ein weiterer wichtiger Teil des Lebens in Deutschland ist auch für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge die Schule. Vielen der Jungs fällt es schwer sich daran zu gewöhnen, jeden Tag in die Schule zu gehen und danach auch noch Hausaufgaben machen zu müssen und zu lernen. Manche jedoch wollen unbedingt ihr Deutsch und andere Kenntnisse, die sie in ihrer Heimat erworben haben, verbessern und erweitern. In einigen Fällen sitzt man dann schon einmal zwei Stunden mit einem der Jungs da und versucht deutsche Grammatik zu erklären, die man trotz Abitur zum ersten Mal hört.

Am meisten hat mich während meines Praktikums begeistert, wie offen und freundlich die Jungs anderen gegenübertreten und wie fröhlich sie oft trotz ihrer Probleme und den ungewohnten Lebensumständen dem Alltag entgegenschauen.