Fremde beherbergen.

Migration und Flüchtlinge

Schwabach

In der sozialpädagogischen Wohngruppe Schwabach betreuen pädagogische Fachkräfte in Vollzeit insgesamt 11 Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren. Es gibt zwei Gruppen in der Einrichtung.

Aufgaben im Alltag

Die Jugendlichen gehen in die Schule, lernen Deutsch und bereiten sich auf eine Ausbildung in Deutschland vor. Außerdem werden ihnen alle wichtigen lebenspraktischen Fähigkeiten vermittelt und ihre eigene Fluchtgeschichte bearbeitet. Wir bieten den Jugendlichen in der Gruppe einen klar strukturierten Tagesablauf an und intensivieren diesen nur dann, wenn einzelne Jugendliche differenziertere Strukturierungshilfen benötigen (z.B. wecken morgens, damit sie nicht zu spät in die Schule kommen). Es wird dabei immer darauf geachtet, dass die Jugendlichen lernen, die Tagesstruktur selbstständig für sich zu organisieren.

Wir sind rund um die Uhr für die Jugendlichen ansprechbar. Nachts ist eine Nachtbereitschaft im Haus erreichbar.

Jedem Jugendlichen wird ein persönlicher Betreuer zugeordnet, dieser hat die Aufgabe die Anliegen (z. B. Kleidereinkauf) Ressourcen (schulische Förderung, Arztbesuche) und den Förderbedarf (z. B. individuelle Sprachförderung) seines Jugendlichen im Blick zu haben und für die Umsetzung Sorge zu tragen.

Die Vor- und Nachgespräche der Hilfe- und Erziehungsplanung führt der persönliche Betreuer des jeweiligen Jugendlichen.

Wir stellen den Jugendlichen einen angemessenen Wohnraum zur Verfügung, der ihnen Privatsphäre und Selbstständigkeit ermöglicht.

Wir stellen die Versorgung mit Nahrungsmitteln sicher, indem die Jugendlichen das Geld für ihre Einkäufe ausgehändigt bekommen, und wir die angemessene Verwendung kontrollieren. Nach einer Grundeinweisung bekommen die Jugendlichen individuelle Unterstützung (z.B. beim Einkauf, durch Begleitungen zu anderen Stellen, etc.). Auch die Reinigungsdienste und der hygienische Umgang mit dem eigenen Körper werden anfangs engmaschig, dann in größer werdenden Abständen überprüft.

In Einzelgesprächen treffen Jugendliche und ihre persönlichen Betreuer konkrete Vereinbarungen und planen die kommende Woche gemeinsam.

Die Hausregeln der Wohngruppe liegen in verschiedenen Sprachen vor und werden bei Einzug jedem Jugendlichen übergeben.

Besonders wichtig ist uns, Gewalt in der Gruppe nicht zuzulassen. Sollte es dennoch zu Konflikten kommen, werden diese sofort aufgegriffen und mit allen, die davon betroffen sind, ein „Krisengespräch“ geführt. Konfliktgespräche werden als positiver Auseinandersetzungsprozess von uns gesehen und gefördert. Sollte das Krisengeschehen Personen von außerhalb mit betreffen, werden diese soweit möglich an den „runden Tisch geholt“, um die Problemlage gemeinsam zu klären. Junge Menschen, bei denen uns auffällt, dass sie öfters in Konflikte geraten, die sie nicht oder eher mit Gewalt lösen, werden zu geeigneten Maßnahmen zum Aufbau von Konfliktlösungsstrategien verpflichtet.

Unser Betreuungsangebot zielt auf Verselbstständigung ab. Somit verstehen wir Elternarbeit zunächst als ein Aufarbeiten der eigenen Familiengeschichte für die Jugendlichen. Sind Eltern erreichbar, werden diese, sowie Vormünder, in die Arbeit mit dem jungen Menschen entsprechend der vereinbarten Ziele einbezogen.